04.02.2026

Grosse Fachausweisübergabe: Fast 150 neue Fachkräfte für das Autogewerbe

Grosser Bahnhof respektive grosse Garage für 149 Absolventinnen und Absolventen aus dem Autogewerbe: In Langenthal BE nahmen Automobil-Werkstattkoordinatorinnen und -koordinatoren, Automobildiagnostikerinnen und Automobildiagnostikern mit Fachrichtung Personenwagen und Nutzfahrzeuge ihre Fachausweise entgegen – darunter auch neun Frauen.

Grosse Fachausweisübergabe: Fast 150 neue Fachkräfte für das Autogewerbe

Rund 350 Gäste wollten sich die Feier der 149 Absolventinnen und Absolventen der drei Fachrichtungen im «Meilenstein» in Langenthal BE nicht entgehen lassen. Bild: AGVS Medien

Passender hätte die Location nicht sein können: Umgeben von exklusiven Sportwagen wie McLaren GT oder Mercedes SLS bis hin zu schnittigen Youngtimern und edlen Oldtimern wie einem Ferrari GT 2+2 übergab der AGVS den erfolgreichen neuen Fachkräften ihre Fachausweise im «Meilenstein» in Langenthal BE. Moderatorin Nina Havel eröffnete den Anlass mit einem persönlichen Beispiel, das verdeutlichte, weshalb Reparaturen in die Hände gut ausgebildeter Fachkräfte gehören. Ihr Fazit: Fachkompetenz zahlt sich aus – Ausbildung macht den Unterschied.

 

«Seien Sie ein Mensch und kein Roboter!»

Nun verstärken schweizweit 149 neue Automobildiagnostikerinnen und -diagnostiker sowie Automobil-Werkstattkoordinatorinnen und -koordinatoren das Autogewerbe. Werner Bieli, Präsident der Qualitätssicherungskommission QSK-AD/AWK, gratulierte den Absolventinnen und Absolventen und blickte zugleich in die Zukunft der Branche. Zunehmende Vielfalt der Antriebssysteme, strengere Emissionsvorgaben und neue Technologien verlangten nach flexiblen Allroundern mit hoher Qualität. «Ihr Erfolg ist das Resultat aus Flexibilität und Qualität», betonte Bieli. Er würdigte vor den rund 350 Gästen die erbrachte Mehrleistung der Diplomierten und gab ihnen vier Leitgedanken für den Berufsweg mit: Vorbild sein, Geduld und Einfühlsamkeit zeigen, hartnäckig bleiben – auch mit sich selbst – und den Humor nicht verlieren. «Kurz: Seien Sie ein Mensch und kein Roboter.»

Auch die beiden AGVS-Zentralvorstandsmitglieder Charles-Albert Hediger und Barbara Germann gratulierten. Hediger erinnerte an das 140-jährige Jubiläum der Automobilerfindung und unterstrich die, seit jeher, zentrale Rolle kompetenter Garagistinnen und Garagisten. Germann hob hervor, dass der Fachausweis nicht für Fehlerlosigkeit stehe, sondern für die Fähigkeit, Probleme systematisch zu finden und zu lösen. Sie rief die frischgebackenen Fachkräfte dazu auf, der Branche treu zu bleiben: «Sie sind Motor und Treibstoff – oder heute besser: Energie – für unser Gewerbe und halten es am Laufen!»

 

Mit neuem Titel zusätzliches Asset in der Hand

Ein wichtiger Partner der AGVS-Berufsbildung bleibt die Einkaufsorganisation für das Auto- und Motorfahrzeuggewerbe (ESA). Sie unterstützt den AGVS seit Jahrzehnten finanziell und überreichte auch dieses Jahr einen Scheck über 20’000 Franken. ESA-Geschäftsleitungsmitglied Matthias Krummen ermutigte die neuen Fachkräfte, den Wandel aktiv mitzugestalten und neugierig zu bleiben. Zusätzliche Perspektiven eröffnen die in der zweiten Jahreshälfte 2026 geplante Einführung der neuen Titelzusätze Professional Bachelor und Professional Master. Denn mit dem ebenfalls international verständlicheren Titelzusatz Professional Bachelor für Abschlüsse der höheren Berufsbildung (HF) und eidgenössische Fachausweise haben die 149 Nachwuchskräfte dann ein zusätzliches Asset in der Hand, dass die Gleichwertigkeit zur akademischen Tertiärbildung bei starkem Praxisbezug unterstreicht.

Olivier Maeder, Mitglied der AGVS-Geschäftsleitung für den Bereich Bildung, wies auf diese Neuerung hin und motivierte die Absolventinnen und Absolventen, sich noch weiterzubilden: «Wir hoffen natürlich, dass viele von Ihnen auch noch den nächsten Schritt gehen und den neuen Zusatz Professional Master anstreben, indem Sie beispielsweise die Weiterbildung zum Betriebswirt oder zur Betriebswirtin im Automobilgewerbe machen.» Besonders gefreut hat Maeder, dass sich mit Abinas Uthayarasa ein SwissSkills-Bronzemedaillengewinner und frischgebackener Automobildiagnostiker durchaus vorstellen kann, diesen Weg einzuschlagen. Der Berner erklärte bei der Fachausweisübergabe schlagfertig: «Ich habe an den Betriebswirt gedacht, aber ich wäre auch gerne üK-Instruktor oder Berufsschullehrer – das würde mich ebenfalls interessieren.»

 

Spezialpreise für die Besten

Die glücklichen Absolventinnen und Absolventen durften danach in feierlichem Rahmen ihre Fachausweise entgegennehmen, ehe Werner Bieli die Spezialpreise für die besten Notendurchschnitte in den drei Sprachregionen überreichte. Bei den Automobil-Werkstattkoordinatorinnen und -koordinatoren gingen diese an Ivan Simoni aus Iragna TI (Note 4,7), Anthony Baz aus Carouge GE (5,2) sowie Remo Blöchliger aus Wolhusen LU und Jonas Herzog aus Hottwil AG (je 4,9). Bei den Automobildiagnostikerinnen und Automobildiagnostikern mit Fachrichtung Personenwagen holten sich gleich drei Talente mit einer Note von 5,5 die Zusatzauszeichnung: Fiona Z’Rotz aus Buchs SG, Nevio Bernet aus Ufhusen LU und Mathias Stettler aus Thun BE. Und in der Westschweiz konnte sich Aloïc Steffen aus Founex VD über eine gute 4,6 freuen. Bei der Fachrichtung Nutzfahrzeuge wurden Janik Zahnd aus Ittigen BE (Note 5,7) und Valdet Delija aus Collombey VS (5,3) ausgezeichnet.

Bevor die rund 350 Gäste sowie Expertinnen und Experten mit den erfolgreichen Berufsleuten aus den drei Bildungslehrgängen zum gediegenen Essen in die «Aquarium Bar» wechselten, wurde noch Experte Jürg Dähler gebührend verabschiedet und erhielt zum Dank für seine Tätigkeit neben einer speziellen Pfeffermühle in Form einer Zündkerze auch tosenden Applaus.

 

Hier geht’s zur Liste mit den erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen!

 

https://www.autoberufe.ch/de/ 

 

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