25.03.2026

Michelin präsentiert den neuen X-Ice Snow+ im hohen Norden

Mit dem X-Ice Snow+ bringt Michelin einen Spezialisten für harte Winter auf den Markt. Bei Fahrtests 300 km nördlich des Polarkreises zeigte der Reifen, was er auf Schnee, Eis und Matsch leisten kann.

Michelin präsentiert den neuen X-Ice Snow+ im hohen Norden

Der Michelin X-Ice Snow+ konnte im direkten Vergleich mit einem normalen Winterreifen, einem Ganzjahresreifen und einem Spike-Reifen getestet werden.

Text: Mario Borri

 

Weite, stille Landschaften, tief verschneite Wälder und zugefrorene Seen. In der Nähe von Ivalo in Nordlappland hat Michelin seinen neuen X-Ice Snow+ der Öffentlichkeit präsentiert. Mit dabei neben Medienvertretern: Kunden aus der Schweiz, Reifenspezialisten von Grosshändlern wie ESA, Fibag und Amag, die sich vor Ort ein Bild vom neuen Produkt machen konnten.

Die Region gilt als einer der härtesten Prüfstände Europas: lange Winter, viel Schnee, extreme Temperaturen. Bedingungen, für die der X-Ice Snow+ entwickelt wurde – als Spezialist für anspruchsvolle, schneereiche Winter.

Auf dem Weg zum Testgelände wird jedoch schnell klar: Dieser Winter ist anders. Unter der für gewöhnlich schneebedeckten Schotterstrasse kommt brauner, aufgeweichter Untergrund zum Vorschein. Die Temperaturen liegen über dem Gefrierpunkt – ungewöhnlich für Mitte März. Doch genau das macht den Test umso relevanter. Denn solche Bedingungen entsprechen längst auch den Wintern in Mitteleuropa und der Schweiz.

 

Theorie: Winter ist nicht mehr planbar

Zum Auftakt vermittelte Michelin im Rahmen der «Winter Academy», wie stark sich winterliche Bedingungen verändert haben. Die zentrale Erkenntnis: Schnee, Eis, Matsch, Nässe und trockene Phasen wechseln sich immer häufiger ab – oft innerhalb kurzer Zeit. Für Reifen bedeutet das: Sie müssen deutlich vielseitiger geworden sein.

 

Der X-Ice Snow+: Entwickelt für extreme Bedingungen

Im Zentrum steht der neue Michelin X-Ice Snow+. Er ist auf harte Winter mit viel Schnee und eisigen Strassen ausgelegt – also genau auf die Bedingungen, für die Nordlappland normalerweise steht. Technisch setzt Michelin auf die Flex-Ice-3.0-Gummimischung, die auch bei sehr tiefen Temperaturen flexibel bleibt und so für hohe Bremsleistung und Traktion sorgt. Das V-förmige Profil unterstützt die Ableitung von Schnee und Matsch und verbessert die Stabilität beim Beschleunigen und in Kurven. Gleichzeitig punktet der Reifen mit hoher Laufleistung und verbesserter Energieeffizienz – Aspekte, die gerade im Alltag eine immer grössere Rolle spielen.

 

Breites Angebot für viele Fahrzeugtypen

Der Michelin X-Ice Snow+ kommt im Mai 2026 in den Handel und deckt ein breites Spektrum ab. Insgesamt sind 165 Dimensionen von 15 bis 23 Zoll geplant – vom kompakten Pkw bis hin zu SUV und grösseren Limousinen. Der Reifen ist für alle Antriebsarten geeignet, also für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ebenso wie für Hybrid- und Elektroautos. Damit trägt Michelin der zunehmenden Vielfalt im Fahrzeugmarkt Rechnung. Neben dem bekannten 3PMSF-Symbol für geprüfte Wintertauglichkeit trägt der X-Ice Snow+ auch die «Ice Grip»-Kennzeichnung – ein Hinweis auf seine besondere Eignung für vereiste Fahrbahnen. Auch Komfort spielt eine Rolle: Alle Dimensionen erreichen die Bestnote A beim externen Rollgeräusch. Möglich wird das durch die sogenannte Piano-Acoustic-Tuning-Technologie, die die Geräuschentwicklung über die gesamte Lebensdauer reduziert.

 

Vergleich unter realen Bedingungen

Auf der Teststrecke zeigte sich, wie sich der X-Ice Snow+ im direkten Vergleich schlägt. Gefahren wurde auf identischen Volvo XC60 im Slalomkurs – ergänzt durch einen klassischen Winterreifen (Alpin 7), einen Ganzjahresreifen (Cross Climate 3) und einen Spike-Reifen. Die weichen, nassen Schneeverhältnisse verlangten den Reifen viel ab. Der X-Ice Snow+ überzeugte mit stabiler Traktion und gut kontrollierbarem Fahrverhalten – auch bei schnellen Richtungswechseln. Der Spike-Reifen vermittelte zwar subjektiv das beste Gefühl, was laut Michelin an den gröberen Profilabständen liegt, die nassen Schnee effizienter abführen. Der Alpin 7 zeigte solide Sicherheit, war aber in diesen sehr winterlichen Bedingungen weniger in seinem Idealbereich. Bemerkenswert: Der Cross Climate 3 konnte überraschend gut mithalten und zeigte, wie leistungsfähig moderne Ganzjahresreifen geworden sind.

 

Dynamik am Limit

Beim Mitfahren im elektrischen Porsche Macan wurde das Potenzial des X-Ice Snow+ eindrucksvoll sichtbar. Der Testfahrer bewegte das Fahrzeug kontrolliert im Drift durch den Kurs. Selbst in extremen Fahrsituationen blieb das Verhalten berechenbar – ein klares Zeichen für die Balance aus Haftung, Kontrolle und Feedback.

 

Fazit: Spezialist mit Praxisrelevanz

Der Michelin X-Ice Snow+ ist klar als Spezialist für harte Winter positioniert – genau dafür wurde er entwickelt. Dass er sich ausgerechnet bei milderen, nassen Bedingungen in Lappland bewähren musste, unterstreicht seine Vielseitigkeit. Und zeigt: Selbst ein Reifen für extreme Winter muss heute mehr können als nur Schnee und Eis.

 

www.michelin.ch 

 

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